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Editorial zum 33. Ärztekongress Quadrimed in Crans-Montana--Die Worte der Präsidentin
professor:
Dre Simona Mateiciuc Leutke
experiences:
Präsidentin 2020

Editorial zum 33. Ärztekongress Quadrimed in Crans-MontanaDie Worte der Präsidentin

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen,

Dieser Quadrimedkongress 2020 befasst sich mit einem Thema grosser Aktualität: Ernährung und Gesundheit. Für Hippokrates war die Ernährung gleichbedeutend wie Medizin.

Laut Forscher des Biologie-Institutes Paris-Seine, nimmt ein Mensch im Laufe seines Lebens durchschnittlich 30'000 Tonnen Nahrungsmittel und rund 50'000 Liter Flüssigkeit zu sich. Die Qualität und Quantität beeinflussen die Lebenserwartung, sowie das Leben in guter Gesundheit. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Ernährung, Bewegung und chronischen Erkrankungen wie Neoplasien, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen.

Der 2018 erstellte Bericht zur Ernährung der Weltgesundheitsorganisation zeigt die besorgniserregende Zunahme der Prävalenz der Unter- und Überernährung. Teilweise ist dies eine Folge der industriell hergestellten Lebensmittel, die weltweit konsumiert werden. Frau Marie-Monique Robin wird im Auftakt des Kongresses das Thema "tägliches Gift" aufgreifen. Zum Abschluss wird Herr Peter Brabeck-Letmathe seinen Vortrag über die zukünftige Ausrichtung der Lebensmittelindustrie halten.

Der zeitgenössische Lebensstil der Ersten Welt fördert das Übergewicht sowohl beim Erwachsenen, als auch beim Kind; als Gegenpol wird das Schlanksein durch die Vorbilder der Medien idealisiert. Die dadurch generierten Erkrankungen mit ihren direkten und indirekten (Absentismus) Folgen, kosten die Schweiz jährlich rund 8 Milliarden Schweizer Franken.

Das heutige ökologische Bewusstsein stellt unsere Ernährung in Frage und öffnet Tür und Tor für verschiedene Lebensweisen und Diäten, wie beispielsweise der Vegetarismus, Vegetalismus, Veganismus und der Flexitarismus. Herr Prof. Claude Pichard wird dieses Thema in seinem Vortrag erläutern.

Wir als Hausärztinnen und -ärzte werden mit den Auswirkungen der Ernährung auf die Gesundheit und Gesellschaft konfrontiert; dies ist "unser tägliches Brot". Unter anderem besteht unsere Aufgabe in der Identifizierung der Ess- und Bewegungsgewohnheiten. Zudem wird von uns erwartet kompetent wissenschaftliche Antworten auf Themen rund um die Ernährung (Diäten, Intoleranzen, Gewichtsverlust, Essverhalten, Lebererkrankungen, Vitaminzusätze, Antioxidanzien, entzündliche Darmerkrankungen, intestinales Mikrobiom und mehr) zu liefern..

Tag täglich widmen wir uns unseren Patienten und deren persönlichen Wahrnehmungen und Vorstellungen. Die grösste Herausforderung dabei ist, eine gemeinsame für Laien verständliche Sprache zu entwickeln, die mit der Wertevorstellung der Patienten vereinbar sind. Unser tägliches Brot ist es die Befürchtungen und Erwartungen eines leidenden Patienten wahrzunehmen, zu beraten und individuell zu behandeln. Es handelt sich oft um unterschwellige Konsultationen; beispielsweise bei Verdauungsproblemen im Rahmen einer Alkoholkrankheit, oder ein Wunsch nach Gewichtsabnahme bei einer Essstörung.

Unser tägliches Brot sind die adäquate Diagnostik und die therapeutischen Massnahmen, die diese mit sich bringen. Die Autonomie und Selbstbestimmung sind dabei grundlegend für den Heilungsprozess.

Für unsere Vorfahren war das "tägliche Brot" die der Grundlagen ihrer Ernährung und ermöglichte ihnen die notwendige Energie zur Bewältigung des Lebens aufzubringen. Nun gilt es die Herausforderungen der Ernährungsqualität und -quantität für unsere nachfolgende Generation zu gewährleisten.

Ich wünsche Ihnen einen lehrreichen Kongress in einer wundervollen Umgebung.

Dre Simona Mateiciuc Leutke, Kongresspräsidentin

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